2011

Tierärztin mit Herz

rbb Fernsehen (zibb), 4. Januar 2011

Tierärztin Renate Lorenz ist selbst ihre beste Kundin, denn unter ihrem Dach leben viele Hunde, Katzen, Kaninchen, Frettchen, Papageien und Hühner.

Es handelt sich um herrenlose Tiere, die meist bei Behörden abgegeben und von dort zum Behandeln hierher gebracht werden. Jedes Tier, das zu ihr kommt, wird versorgt. Und die, die Renate Lorenz gut kennen, nennen sie "Engel der Tiere". Vielen gibt sie bis an ihr Lebensende ein Zuhause.

Ein Beitrag von Roswitha Puls


Frau Dr. Dolittle von Berlin

Gazette Steglitz, 4. Januar 2011

Frau Dr. Dolittle von Berlin: Die Frau, die mit den Tieren spricht, ist Dr. Renate Lorenz, Tierärztin in Lichterfelde. Bei ihr fühlen sich die Tiere so wohl, dass viele freudig in die Praxis stürmten. Doch dort werden auch seit 25 Jahren Fund- und Wildtiere behandelt und gepflegt, ebenso kostenlos wie die Tiere der Wagenburg in der Wuhlheide, deren Besitzer sich einen Tierarztbesuch sonst nicht leisten könnten. Auch BVG, BSR und Polizei bringen verletzte, kranke oder weggeworfene Tiere in die Praxis, denn sie wissen, dass sie dort fachgerecht versorgt und fürsorglich betreut werden. Jüngstes Beispiel ist Kater Suri, der mit komplizierten Beinbrüchen aufgefunden wurde und in einer mehrstündigen Operation gerettet wurde.
Eine Praxis mit Privatzoo
So werden jedes Jahr Hunde und Katzen, viele Tauben, Igel und Eichhörnchen, Singvögel und Krähen behandelt, die sonst sterben würden. In der Praxis waren aber auch schon Schildkröten, Füchse, Greifvögel, Eulen, Fledermäuse, Reptilien und Marder zu Gast, bis sie wieder in ihr Revier durften. Wer dort keine Chance mehr hat, der bekommt im praxiseigenen 'Privatzoo' sein Gnadenbrot. Alle Geschichten von Suri und den anderen lesen Sie unter www.tierarzt-lichterfelde.de.

Mensch und Tier im Blickkontakt

Tagesspiegel, 15. Januar 2011

"In den Augen spiegelt sich das ganze Wesen" lautet das Motto der Lichterfelder Tierärztin und Fotografin Renate Lorenz. Seit 25 Jahren hat sie ihre veterinärmedizinische Praxis in Lichterfelde-Ost, noch länger hält sie die Beziehungen zwischen Mensch und Tier mit der Kamera fest. Eine Auswahl ihrer Bilder ist noch bis zum Sonnabend, 23. Januar, in der Lichterfelder Petruskirche am Oberhofer Platz zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung mittwochs und sonnabends von 10 bis 13 Uhr sowie zu allen Konzerten in der Kirche. Mehr Informationen unter www.petrus-kultur.de. cs

Gerettet, aufgezogen, jetzt verschwunden

BZ, 15. Mai 2011

Besitzer suchen verzweifelt nach ihrem treuen Mischling Ernie (4). Er verschwand beim Tierarzt.


Ernies (4) bewegtes Leben wäre fast schon vorbei gewesen, bevor es richtig begonnen hatte. Aus einer Mülltonne in Portugal rettete Carola H. (40) den Welpen-Mischling. Sie fütterte ihn mit der Flasche und nahm ihn mit nach Berlin. Jetzt verschwand der Hund bei einem Tierarztbesuch. Carola H. hatte Ernie zum Scheren in einer Praxis in der Königsberger Straße (Lichterfelde) abgegeben. Weil alle Türen offen standen, konnte das ängstliche Tier weglaufen. "Er ist aufgrund seiner Vergangenheit sehr scheu", sagt sein Frauchen.

Seit vier Tagen sucht die Verwaltungsbeamtin nun schon verzweifelt nach ihrem Hund. Sie und ihr Lebensgefährte Sven K. (38) haben Plakate geklebt, Anwohner befragt und sogar eine heiße Spur gefunden. Zuletzt wurde Ernie am Donnerstagabend in der Manteuffelstraße gesehen.

Bewohner eines Hauses hatten dort ein Paar (beide etwa 50) beobachtet, das den Hund mitgenommen haben soll. "Er hatte ja kein Halsband um, als er weglief. Vielleicht dachten die Leute, er sei ein Streuner", sagt Carola H. "Aber Ernie trägt einen Chip, ein Tierarzt oder Heim könnte das sofort feststellen." Bislang hat sich noch niemand bei den Besitzern gemeldet. Carola H. und Sven K. sind mit den Nerven am Ende, wissen nicht, was sie noch tun können, um ihren kleinen Portugiesen zu finden.

Zur BZ

Eine B.Z.-Leserin hat ihn in Lichterfelde-West entdeckt. Jetzt ist der Ausreißer wieder zu Hause.

Ausreiß-Hund Ernie ist wieder da!

BZ, 24.Mai 2011

Eine Stadt, in der das Schicksal eines kleinen Hündchens so viele Menschen bewegt, kann nicht schlecht sein ...

Acht Tage lang irrte Ernie (4) durch Berlin. Carola H. (40) und Sven K. (38) suchten verzweifelt nach ihrem Mischling. Er war am 12. Mai aus einer Lichterfelder Tierarztpraxis ausgerissen. Nach dem Hinweis einer Leserin und einer dramatischen Suche konnten Frauchen und Herrchen ihren Ernie jetzt endlich wieder in die Arme schließen. Sie fanden ihn nur drei Kilometer von zu Hause entfernt.

Fast täglich meldeten sich bei der B.Z. Berliner, die den scheuen Hund gesehen hatten. Oder Carola H. einfach nur Mut machen wollten, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Der Anruf einer Frau aus Lichterfelde-West brachte schließlich den Durchbruch. "Sie war am Freitagmorgen mit ihren Hunden am Marktplatz Moltkestraße unterwegs, als Ernie an ihr vorbeirannte", so Carola H.

Sofort machten sich die Verwaltungsbeamtin, ihr Lebensgefährte, Eltern und Schwiegereltern auf den Weg, suchten die Gegend ab. Fast zwei Stunden lang. Ohne Erfolg. "Als wir schon aufgeben wollten, kam Ernie plötzlich um die Ecke", sagt Carola H. "Er hat vor Freude gejault, und wir haben geweint, weil wir es nicht fassen konnten. Es ist fast ein Wunder, dass ihm in der Zeit nichts zugestoßen ist."

Ernie hatte nur wunde Pfoten, ein paar Schrammen und großen Hunger und Durst. Carola H.: "Wir sind überglücklich, dass er wieder bei uns ist. Und das verdanken wir den vielen mitfühlenden und aufmerksamen Berlinerinnen und Berlinern."